|
Das Objekt: Chevrolet Caprice Station Baujahr 1979, ziemlich verbastelt und ziemlich fertig. Motto: Wir machen mal eben nur das Nötigste. Nötig war aber eigentlich alles, außer Motor, Getriebe und Hinterachse. 2 Jahre und 20.000 km Fahrweg zur Werkstatt und zurück später war das Werk vollbracht. Aber der Reihe nach.
Anja und ich suchten schon lange nach einem Malibu Station. Nach erfolgloser Suche zwischen Bodensee und Elbe fanden wir den Caprice in den Kleinanzeigen. Standort war ca. 130 km entfernt.Beim Kauf haben wir scheinbar beide Augen zugedrückt. Na ja.
3 Monate gingen in´s Land ohne größere Probleme. Im Oktober 1999 wurde abgemeldet und nun wurde überlegt, was man über den Winter alles machen könnte. Jetzt kam Gerhard in´s Spiel. Er hatte hinter einem Bauernhof eine kleine Werkstatt gemietet, nun wurde ich der Untermieter. Von Nürnberg zur Werkstatt waren es nur schlappe 40 km, ein Katzensprung.
Jetzt geht´s los. Von wegen. Die Karre paßt nicht durch´s Tor. Also Presslufthammer besorgt und die Umbaumaßnahmen erledigt.
Jetzt geht´s los. Nicht ganz. Jetzt braucht man erst mal eine vernünftige Werkbank mit Schraubstock, Werkzeug (am besten alles 4x), Licht, Pressluft Heizung und weiß der Deibel noch alles. Das war schon der erste Schlag in´s Kontor. Gerhard hat uns mit viiiiiiiiiel ausgeholfen.
Jetzt geht´s aber los. Auto zerlegen, das macht Spaß. Aber nicht lange. Türen, Hauben, Kotflügel, alles kein Problem mit dem Schlagschrauber. Dann kam das Fahrgestell. Peng, die ersten Nüße wurden gesprengt. Na ja, nachdem der erste Werkzeugkasten aus dem Baumarkt zu Schrott verwandelt wurde, setzte ich dann doch auf Qualität.
Der erste Winter kam und es wurde sandgestrahlt was das Zeug (und die Lungen) hielt. Man wollte ja schließlich im Sommer fertig sein. Sommer war gut, ich wußte nur noch nicht in welchem Jahr.
Gegen Ende 2000 hätte ich am liebsten alles zum Schrotthändler gebracht. O-Ton Anja: “Die ganzen Einzelteile, daß wird doch nie mehr ein Auto”. Und ich setzte noch eins oben drauf.
Das Armaturenbrett sollte in der Karosse bleiben und wurde sorgfältig mit Folie und Papier abgedeckt. Ich wollte noch schnell ein Löchlein im Fußraum von unten zuschweißen. Da wurde es auf einmal über mir so hell und es knisterte so komisch. Als das Feuer aus war, dachte ich an die große Flex und den Dosencontainer.
2 Wochen Pause und alles wird gut.
Im Großen und Ganzen ist durch die einfache Technik eine solche Aktion kein Hexenwerk. Ich bin zwar aus der Metallbranche, aber sowas hatte ich auch noch nicht gemacht, speziell Blecharbeiten an den Türen.
Nachdem der erste Lackierer keine Lust mehr hatte, und der Zweite vor lauter Arbeit keine Zeit, überliesen wir die Lackierarbeiten der Fa. Henke in Nürnberg.
Danach nur noch “schnell” alles zusammengebaut, und der Wagen war fertig.
Dann ging es zum TÜV. Mal schnell hinten die 295er Asphaltwetzer und den selbstgebauten Auspuff eintragen lassen.
Mir wurde die Stelle in Forchheim empfohlen (schlappe 40 km nördlich von Nürnberg).
Also die Reifen waren kein Problem.
Aber die Brüllanlage mit 106 Phon. Da legte der Prüfer doch ein Veto ein. Null Problemo dachte ich und fuhr zum nächsten Supermarkt, wo ich mich mit reichlich Stahlwolle eindeckte. Alles schön in den Auspuff befördert, und schon war die Fuhre leise. Bis ich wieder beim TÜV war, ist der Geräuschpegel durch hinauspusten der Stahlwolle minimal angestiegen. Siehe da, 101 Phon. TÜV sprach: No Mister, maximum 98 Sachen. So wurden beim örtlichen Dealer 2 neue Töpfe besorgt und jetzt war´s gut.
Seit nunmehr 8 Jahre läuft unser “Schewi Kapries Stäischon” fast wie ein Uhrwerk und es macht immer wieder Spaß mit ihm auf Treffen zu fahren. Übernachten ist auch kein Prob, bei 2,2 Meter Bettlänge.
|